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DIE AUSGANGSSITUATION Andreas Klenk und ich (beide Informatik-Studenten in Ulm) organisierten unseren Aufenthalt gemeinsam, alle unsere Aktionen im Vorfeld waren mehr oder weniger identisch. Nach der Ankunft waren wir sowieso zusammen und hatten natürlich auch dort dieselbe Vorgehensweise. Mit einem weiteren Teilnehmer des Austausches, Günter Ebhard (Mathematik-Student auch aus Ulm) haben wir im Vorfeld abgemacht, in Pensacola gemeinsam alles zu organisieren, z.B. Wohnung, Führerschein, Auto. Mit Günter gingen wir in Deutschland unsere grobe Strategie durch, was wir meist per e-Mail erledigten. Richtig zusammen gingen wir dann in erst vor Ort in Pensacola vor (er hatte nämlich z.B. einen anderen Flug, praktischerweise aber auch zur selben Zeit, sogar am selben Tag).
Wir wurden am Flughafen abgeholt von Paul Groth, einem Bekannten, welchen ich aus Ulm kannte, wo dieser am International Summer Program teilgenommen hatte. Diesem folgten wir in unserem Mietwagen bis zum Haus seiner Eltern. Dort wurden wir sogleich freundlich einquartiert und verbrachten die ersten beiden Nächte auf einer Luftmatratze in eigenem Zimmer (mit eigenem Badezimmer) in deren ziemlich luxuriösen Haus direkt am Meer - denn wie sich herausstellte ist der Vater meines Bekannten Professor an der UWF. Eine alternative Vorgehensweise (und unser ursprünglicher Plan) wäre gewesen, ein Motel bzw. Hostel für die ersten paar Nächte zu mieten. Da wir abends ankamen, haben wir an diesem Tag nicht mehr viel Organisatorisches gemacht, nur mit den Eltern geredet und zum Essen noch mit Paul in eine Kneipe gegangen. Am ersten "richtigen" Tag holten wir Günter ab, welcher bei anderen internationalen Studenten übernachtet hatte - dieser wurde ihm von Ms. Kay MacKenzie genannt. Julien und Andrej (so die Namen derer, bei denen Günter übernachtete) werden von Ms. Kay MacKenzie wohl jedem Austauschstudenten empfohlen, denn im Prinzip jeder kennt diese beiden hier, sie waren ebenfalls sehr nett und hilfsbereit. Zusammen gingen Andi, Günter und ich (gehen steht in diesem Bericht wohl in den allermeisten Fällen für fahren!) wir zur Uni und gingen zu unserer Betreuerin, Ms. Kay McKenzie (Int. Student Advisor), welche uns unsere interne Uni-Nummer, unter der wir in deren Computersystem gespeichert sind gab und unsere Versicherung mit uns abklapperte. Da nur Günters Versicherung das englische Formblatt ausgefüllt hatte, welches wir zusammen mit den Zulassungsunterlagen (IAP-66) von der UWF bekommen hatten, dauerte das Durchgehen der Versicherung ziemlich lange. Meine und Andis Versicherung (Debeka & Beihilfe in meinem Falle und BLV Winterthur & Beihilfe in Andis Fall) hatten lediglich einige Bestätigungen über die Abdeckungen - allerdings sogar dies erst auf häufiges Nachfragen - ausgestellt. Danach machten wir uns auf zur Wohnungssuche. Es ist nicht so einfach ein 3-Zimmer-Apartment zu finden, 2-Zimmer-Apartments gibt es da wesentlich häufiger. Allerdings muss dazugesagt werden, dass die Apartments wirklich riesig sind und drei Leute wohl auch in ein zweier Apartment gepasst hätten. Außerdem sind ab zwei Zimmern meistens mindestens auch zwei Badezimmer dabei. Wir stellten fest, dass Apartments eigentlich so gut wie nie von privat vermietet werden, sondern immer von irgendwelchen Firmen - und zumeist auch in größeren Apartmentkomplexen. "Furnished" sind diese jedoch normalerweise leider nicht. Wir tätigten etliche Telefonate und hatten letzten Endes schließlich zwei Apartments in der näheren Auswahl - eines bei Eden Crossing, Nine Mile Rd. ($750 + Nebenkosten, $75 Application Fee pro Person, kein Deposit) gegenüber vom Target Supermarkt und eines bei Heritage Apartments am North Davis Hwy. ($725 + Nebenkosten, $75 Application Fee für alle, $250 Deposit) gleich neben der Pensacola Mall. Auch einige Häuser wären erschwinglich gewesen ($600-$700 + Nebenkosten) und einige haben wir uns auch angesehen. Allerdings hat uns die Verantwortung für Garten und Rasen wieder davon abgebracht. Schließlich entschieden wir uns für Heritage, weil die Leute dort wesentlich freundlicher waren und auch keinen Stress machten von wegen wir sollen ein Responsability Formular zu unseren Eltern nach Deutschland faxen, diese sollten es dann ausfüllen und notariell beglaubigen lassen und wir bräuchten schnell noch eine Social Security Number - alles BEVOR sie uns einziehen lassen könnten. Bei Heritage wurde lediglich eine Deposit von $250 gefordert, und sogar die Application Fee berechten sie nur einmal und nicht pro Person. Social Security Number kann nachgereicht werden, dies muss aber meines Wissens nicht einmal unbedingt geschehen. Das Apartment wurde mit allerlei Schnäppchen aus Yard Sales/Garage Sales eingerichtet, diese finden i.d.R. am Wochenende (Freitag/Samstag/Sonntag) statt, sind sowohl durch wildes Herumfahren zu finden, oder aber durch Ankündigungen in der Zeitung (dann weiß man auch was angeboten wird) - Gratiszeitung mit Kleinanzeigen: Thrifty Nickel (www.thriftynickel.com) - hiesige Tageszeitung: Pensacola News Journal (www.pensacolanewsjournal.com). Auch hier gilt wie in Deutschland: früh dort sein, sonst gibt's nur noch Schrott. Und: Handeln ist angesagt; wir haben für eine Couch mit Love Seat, für die $100 gefordert waren $50 bezahlt und dazu noch etliche Gläser, einen Spiegel, ein Adapterkabel und einen zugegebenermaßen etwas älteren Tisch bekommen. Matratzen haben wir gratis bei einem Händler erhalten (für diese haben wir ein Desinfektionsspray und eine Plastikfolie gekauft zum Überziehen, und Bettzeugs für ca. $50). Generell war der Transport von Einrichtungsgegenständen in unserem kleinen Ford Escort ziemlich kompliziert. Das Sofa wurde glücklicherweise geliefert, die Matratzen hatten wir - eine mit zugehörigem Lattenrost pro Fahrt - auf's Dach gebunden. Die war sogar für die Amerikaner zu viel. Oft wurde an den Kreuzungen in den Autos neben uns gelacht. Auch Stühle und Tische waren nur mit Mühe zu transportieren. Problematisch war anfangs, dass wir ohne Telefonanschluss waren, eine Calling Card (MCI Worldcom oder IDT) half aber weiter. Über eine kostenfreie 1-800 Nummer wird die Telefongesellschaft der Calling Card angerufen, nach Eingabe der Kartennummer + PIN kann die Zielrufnummer eingegeben werden. Dies funktioniert praktischerweise von jedem Telefon aus - kostenfrei. Ebenfalls zeitig sollte der Fachrichtungsbetreuer (bei Informatik: Dr. Bezdeck, bei Mathematik: Prof. Amin) getroffen werden, der einem bei der Kurswahl hilft. In unserem Falle waren aber nicht sonderlich viele Kurse verfügbar, sodass wir alle 4 vorhandenen belegten. Er unterschrieb ein Formular, in das wir unsere gewünschten Kurse einsetzen mussten. Diese wurden dann bei Linda Johnson registriert und im Computer eingetragen. Der dort angefertigte Ausdruck der Belegung dient als Quittung um an die Nautilus Card (Studentenausweis) zu kommen.
(Zu beachten ist, dass viele Dinge andere benötigen. Insbesondere die Social Security Number ist sehr oft hilfreich, man kann dies zwar manchmal umgehen, indem man mit Reisepass und anderen Unterlagen zu den Unternehmen hinfährt, es ist aber in jedem Falle umständlicher.)
Der Studentenausweis kann mit Geld aufgeladen werden, welches dann sowohl zum Zahlen von Essen in der Mensa, als auch zum Bedienen der Kopiergeräte genutzt werden kann. Für die Uni braucht man für das Auto einen Parkausweis (Kosten: $20 pro Auto und Jahr), sogar wenn man nur mit einem Mietwagen oder fremden Auto parken will, muss man sich eine "Temporary Parking Permit" entweder bei der Polizeistation oder bei der Information holen. Bei den Kursen hier üblich sind genau vorgegebene Schedules, an welchem Termin was drankommt. Anwesenheit ist mehr oder weniger obligatorisch, weil manchmal unverhofft "Quizes" stattfinden können. Das Abschneiden darin wird dann in einer mehr oder weniger komplexen, vom Kursleiter penibel genau ausgearbeiteten Skala in die Gesamtnote eingerechnet. Außerdem sind in jedem Kurs Hausaufgaben, Projekte, Referate und eine Semesterarbeit angesagt, welche allesamt in die Gesamtnote anhand der o.g. Skala einfließen. Den größten Teil zur Note tragen allerdings das Midterm Exam und das Final Exam bei. Somit fährt man mit 4 Kursen im Graduate Programm schon auf der Da-bin-ich-schon-sehr-beschäftigt-damit-Schiene, 3-4 Kurse sind allerdings durchaus üblich (und für die ordentlichen Graduate Studenten hier sind 3 Kurse Pflicht). Positiv überrascht waren wir von den vielen Gratis-Angeboten, die es sowohl am Campus als auch im Zusammenhang mit den Verbindungen gab. So ist das Uni-Kino mit aktuellen Filmen kostenlos, zusätzlich gibt's auch noch kostenloses Essen und Trinken dazu. Die Verbindungen, welche hier einen offizielleren Anspruch als in Deutschland genießen, veranstalten insbesondere zu Semesterbeginn etliche Partys und Gratis-Essen. |
RUND UM'S BEZAHLEN Sehr häufig kann man mit Kreditkarte bezahlen, einzig für die Apartment-Miete, teilweise für die Univerwaltung und in Fastfood Restaurants sowie für einige Kautionen am Anfang ist Bargeld erforderlich. Ein Bankkonto (Girokonto: Checking Account) ist ratsam (wir waren alle bei AmSouth), da man darüber Checks ausschreiben kann für die Stellen, an denen Kreditkarten nicht akzeptiert werden. Checks sind nämlich wirklich fast überall willkommen! Für Online- oder telefonische Bestellungen mit der Kreditkarte wird manchmal gefordert, eine US Credit Card Billing Address anzugeben. Oft funktionert es, einfach die US Adresse als Credit Card Billing Address anzugeben, das wird zumeist nicht nachgeprüft. Im Falle, dass es aber doch nachgeprüft werden sollte (wie z.B. bei TicketMaster), muss man bei der Kreditkartengesellschaft (in Deutschland!) anrufen und die lokale US Adresse als Alternativ Adresse angeben. Dies habe ich bei meiner American Express Karte jetzt gemacht. Das war kostenlos und abgesehen davon, dass ich AmEx in Deutschland anrufen musste auch halbwegs problemlos möglich. American Express wird im Übrigen sehr häufig akzeptiert, es ist in allem Falle aber sicherer auf jeden Fall auch noch eine Eurocard/Mastercard oder Visa im Geldbeutel zu haben.
Wenn man einen Telefonanschluss beantragt, sollte man sich von den Bell South Leuten (Bell South hat hier das Ortsnetz Monopol, willkommen in Deutschland!) nichts aufschwätzen lassen. Das sind nämlich die reinsten Verkäufer-Seelen. Und die haben es auch bei uns geschafft, uns unnötiges Zeugs aufzuschwatzen. Das ist aber psychologisch auch ganz geschickt von denen, weil man wird zumeist erst mal 10-20 Minuten in der Warteschleife gehalten und dort "weichgekocht". Was man braucht ist lediglich eine Residential Line (mit unlimitted local calls) für $8-10 (je nachdem wo man wohnt) mit 2 verpflichtenden Zusatzgebühren, was dann insgesamt auf ca. $15 kommt. Wir hatten noch eine zweite Leitung für den nochmals selben Preis. Call Waiting und Caller ID braucht man nicht unbedingt, und bei Preisen von je ca. $3 pro Monat kann man auf diesen Luxus auch verzichten. Dafür gibt's im Grundpaket auch schon unbegrenzt viele Ortsgespräche frei! Equipment Maintenance Plan und Inside Wiring Plan kosten $5 pro Leitung und sind ebenfalls optional, obwohl es jeder zu haben scheint. Wir haben das deaktiviert, das ist lediglich eine teure Versicherung, falls bei einem (sehr unwahrscheinlichen) Kurzschluss in der Telefonverkabelung im Haus Bell South jemanden vorbeischicken muss. Wer sein Notebook dabei hat oder einen Computer kauft (so wie wir), sollte sich nicht den Bell South Internetdienst aufschwätzen lassen, weil die Uni ja (wie in Ulm auch) einen Dial-In anbietet (Telefonnummer: 505-DATA, Benutzername ist die Argonet-ID, bei mir "mwe2", das Passwort ist das zugehörige Passwort), außer man hat vor DSL zu abonnieren. Auch den Long Distance Carrier kann man sich sparen ("leave it unassigned"), wir haben alle unsere Long Distance Gespräche per Call by Call abgewickelt, z.Zt. am günstigsten ist "1015335", aber im Internet lassen sich ja immer aktuellere Tarife ermitteln. Auch sehr gut funktionieren PC-to-Phone Dienste wie Hottelephone (www.hottelephone.com) oder go2call (www.go2call.com), man braucht dafür lediglich ein Mikrofon und Lautsprecher (oder ein Headset) für seinen Computer und kann dann gratis in alle Welt hinaustelefonieren, an jedes beliebige richtige Telefon! Natürlich gibt es auch PC-to-PC-Möglichkeiten zu kommunizieren, z.B. mittels MSN Messenger oder Microsoft Netmeeting (letzteres sogar mit Videoübertragung, Webcam vorausgesetzt). Die Telefonrechnung kann online bezahlt werden, dies kann sogar mittels Kreditkarte erledigt werden, so kann man sich etwas Bargeld/Personal Checks auf das hiesige Bankkonto und Porto sparen (www.bellsouth.com). Noch eine kurze Einführung in das Telefonnummern-System
Für Lebensmittel aller Art eignet sich Food World (gibt's 2 mal am North Davis Hwy.) am Besten, unbedingt die kostenlose Bonus Value Card holen, damit spart man ungemein. Solche Cards gibt es auch bei Delchamps (kostenlos) und Booksamillion ($5), sie sind eigentlich immer ratsam. Alles außer Alkohol kann man auch bei Walmart, Davis Hwy, bekommen (oder zumindest beim Super Walmart, dort gibt's sogar Alkohol: Ecke Palafox/Nine Mile Rd.), Walmart ist i.d.R. eigentlich auch immer ziemlich billig (im Vergleich), jedoch sollte man durchaus ein Auge auf Sonderangebote haben, so gibt's bei Food World oft aktionsweise einen 12-Pack Coke Dosen für $1.99. Für richtige Shopping Touren geht man am besten in eine Mall, z.B. in die University Mall (North Davis Hwy.) oder in die noch bessere und größere Cordova Mall (Ecke 9th und Airport Blvd.).
Recycling ist wichtig. Aber in Amerika macht's niemand. Wir haben von einem Recycling Center erfahren, welches eigentlich nur aus 2 Containern besteht, jeweils mit einer Öffnung für Papier/Karton und einer für Glas, Dosen und Plastik. Keine Ahnung, ob dies auch schön recycled wird, wir bringen unseren Müll jedenfalls getrennt da hin. Bio-Müll gibt's nicht und muss weiterhin in den normalen Müll. Zu finden ist dieses Recycling Center in der MacAllister Rd., welche von der 9th Ave. abgeht (in Nähe der Tippin Ave.).
Die besten Schnäppchen für's Essen gehen sind folgende:
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